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Über die Bethel-Gemeinde
Die Bethel-Gemeinde Zürich Hottingen ist eine evangelische Freikirche, die seit 1931 zum Verband der Chrischona-Gemeinden Schweiz gehört; die meisten ihrer Prediger sind im Theologischen Seminar auf St Chrischona (Bettingen, Basel) ausgebildet worden. Glaubensmässig steht sie auf den Grundlagen der weltweiten Evangelischen Allianz.
100+
Die Bethel-Gemeinde feierte 1999 ihr 100-jähriges Bestehen. Die im Jugendstil erbaute und heute unter Denkmalschutz stehende Kapelle ist am 29. Oktober 1899 eingeweiht worden. Den Bau hat ein wohlhabender Zürcher Kaufmann dem von ihm hoch geschätzten Verkündiger und Seelsorger Markus Hauser gestiftet.
"Evangelisation und Gemeinschaftspflege"
Das Bethelwerk wurde ursprünglich verstanden als "Verein für Evangelisation und Gemeinschaftspflege" innerhalb der Landeskirche und nicht etwa als Chrischonakirche. Die Statuten des am 20. September 1898 gegründeten Vereins erklären den Zweck als die Verkündigung des ganzen Wortes Gottes, die Errettung von Sündern und die Pflege der durch Jesus Christus Geretteten. Es ging nicht darum, eine neue Kirche oder Freikirche zu gründen.
Schwierige Zeiten
Geldmangel machte dem Bethelwerk immer wieder zu schaffen, musste es doch von Anfang an ohne Kirchensteuer auskommen und war ganz auf Kollekten, zusätzliche freiwillige Gaben und auf Legate angewiesen. In den frühen Dreissigerjahren erfuhr das Bethelwerk eine tiefgreifende innere Krise. Das Bethel-Komitee berief 1929 einen jungen Theologen als Verkündiger, Pfr Schultze. Dank seinem "geraden, aufrichtigen Wesen" war er als einfühlsamer Seelsorger sehr geschätzt. Recht bald kam dann aber zum Vorschein, dass Pfr Schultze etwas freie theologische Ansichten hatte und gewisse biblische Aussagen in Frage stellte. Dies ging so weit, dass das dreiköpfige Komitee aus Respekt vor dem überlieferten Bibelwort und aus Treue gegenüber dem Anliegen und der Haltung der Gründerväter des Bethelwerkes dem Pfarrer die Stelle kündigte, was in der Gemeinde Verwunderung, Betroffenheit und heftige Kritik an der Gemeindeleitung auslöste. Diese inneren Schwierigkeiten waren schliesslich die Hauptursache für den Anschluss des bis dahin eigenständigen Bethelwerkes an die Pilgermission St Chrischona.
Weitere Entwicklung
Der grosse Kapellenraum bot neben den normalen Gottesdiensten immer wieder die Möglichkeit, mit besonderen Anlässen eine zahlreiche Zuhörerschaft anzusprechen. Neben Abendvorträgen und Verkündigungswochen fanden auch bald Anlässe des Bibellesebundes, verschiedener Missionswerken, der Chrischona-Jugend der Deutschschweiz und anderer Organisationen statt. Man erkannte aber mehr und mehr, wie notwendig eine verbindliche Gemeinschaft unter den Gliedern der eigentlichen Gemeinde wurde. Schliesslich entstanden rund 25 Hauskreise durch zwei Wochenenden mit einem Team von "Mut zur Gemeinde", einer erwecklichen Bewegung.